Hundekrankheiten

Zucht von Foxterriern

1. Infektionskrankheiten beim Hund

2. Parasitäre Erkrankungen beim Hund

Der gesunde Hund
Das Benehmen ist altersabhängig. Im allgemeinen erwartet man Lebhaftigkeit, Aufmerksamkeit, Bewegungs- und Lauffreudigkeit sowie Interesse an den Vorgängen in der Umgebung des Hundes. Bei jungen Hunden kommt noch ein ausgeprägter Spieltrieb hinzu. Der Blick ist klar. Das Fell ist bei richtiger Pflege glatt und glänzend. Ein nennenswerter Haarausfall tritt nur im Haarwechsel, vor allem im Frühjahr, auf. Der Nasenspiegel ist meist feucht. Ein trockener Nasenspiegel allein ist jedoch kein Alarmsignal. Der Appetit ist bei ausgewogener Kost gleich bleibend und bei großer Hitze herabgesetzt. Manchmal erbricht der Hund nach der Mahlzeit. Dies ist nicht immer krankhaft, nur wenn es fortlaufend in kurzen Abständen erfolgt, ist der Verdacht auf eine Erkrankung gerechtfertigt. Hunger und Durst sind abhängig von der Leistung und der Umgebungstemperatur. Die übermäßige Aufnahme von Wasser, wiederholt über längere Zeit, ist krankheitsverdächtig. Die Losung soll wurstförmig, dick pastös und braun gefärbt sein. Bei sehr festem, kalkig-knochenhartem Kot ist die Knochenration herabzusetzen. Vorübergehend dünnbreiiger Kot ist ungefährlich. Durchfall hingegen bedarf einer sofortigen Behandlung.
Liegen Hinweise auf eine Erkrankung vor, sollte der Hundeführer die Körpertemperatur messen. Dazu verwendet man ein Fieberthermometer, das nach Anfeuchten vorsichtig in den After eingeführt und nach angemessener Zeit abgelesen wird, Normalwerte: 37,5 - 38,5 Grad Celsius, bei jungen Hunden bis 39,5. Deutlich höhere oder niedrigere Werte weisen auf eine Erkrankung hin. Es gibt aber auch Krankheiten, bei denen die Körpertemperatur zeitweise oder ständig im Normbereich liegt.
Die Beurteilung der Atmung ist schwierig, wenn der Hund hechelt. Im Ruhezustand beträgt die Zahl der Atemzüge (bei geschlossenem Fang) zwischen 10 bis 30 in der Minute.
 

Hautparasitosen

mit Insektiziden behandeln. Welpen sind gegen manche Mittel empfindlich. Bei Fuchsräude im Revier keine Bauarbeit!
Ursache: Blutsaugende Schmarotzer (Flöhe, Läuse, Zecken), Schuppenfressende Schmarotzer (Haarlinge), Räudemilben.
Vorkommen: Verbreitet, einzelne Parasitenarten bei allen Fleischfressern, auch bei Fuchs und Musteliden (Marderartige). Flöhe und Zecken gehen auch auf manche Menschen über, Räudemilben können beim Menschen eine "Scheinräude“ verursachen.
Erscheinungen: Abhängig von der Befallsstärke keine bis hochgradige Erkrankung; bei stärkerem Befall Juckreiz, Hautentzündung mit Pustel-, Schuppen- und Krustenbildung, Hautverdickung. Haarausfall, Blutarmut, Abmagerung.
Bekämpfung: Kontaktinsektizide als Pulver, Spray, Waschmittel, Halsband (bei Wasserarbeit ist das Halsband abzunehmen, da sonst die Wirkstoffe herausgelöst werden). Bei Räudeverdacht sofortige tierärztliche Behandlung und Überwachung. Zecken mit einer Zeckenzange ergreifen und vorsichtig aus der Haut herausdrehen. Hütte, Zwinger, Lager, Leine sowie Pflegegerätschaften in die Parasitenbekämpfung Miteinbeziehen und ebenfalls 

Darmparasitosen

Spulwurmbefall
Vorkommen: Weit verbreitet. Gleiche Wurmarten auch bei Fuchs und Wolf. Infektion der Welpen bereits in der Gebärmutter durch aktivierte Ruheformen des Parasiten aus der Muskulatur der Hündin, ferner über die Milch und durch Aufnahme von Wurmeiern.
Erscheinungen: Abhängig von der Stärke der Infektion; am gefährdetsten sind Welpen, die vor der Geburt und über die Milch stark infiziert sind. Zunächst durch wandernde Wurmlarven Entzündung in den inneren Organen, vor allem in der Lunge (Husten, Nasenausfluss), gelegentlich auch im Gehirn (nervöse Störungen) (gleiche Erscheinungen können nach Aufnahme von Hundespulwurmeiern auch beim Menschen vorkommen). Danach Entwicklung der Würmer im Darm der Junghunde. Bei starkem Befall Darmentzündung, Blutarmut, Schwäche, aufgetriebener Bauch, Erbrechen nach jeder Mahlzeit, schleimiger Kot, glanzloses Fell.
Bekämpfung: Entwurmung mit geeigneten Mitteln. Beim Welpen erstmals im Alter von 14 Tagen, dann in wöchentlichen Intervallen bis zum Absetzen der Welpen, danach stets bei Feststellung von Spulwürmern im Kot. Die Ruhestadien der Würmer in der Muskulatur können bislang nicht bekämpft werden. Desinfektion von Zwinger etc. 

Hakenwurmbefall
Vorkommen: Nicht so häufig wie Spulwurmbefall; gleiche Wurmarten auch beim Fuchs. Infektion der Welpen durch Wurmlarven über die Milch der Hündin oder aus der Umgebung über Mund und Magen oder über Einbohren durch die Haut (bei Zwingerhaltung); Hakenwürmer sind Gewebefresser und Blutsauger.
Erscheinungen: Bei starkem Befall Blutarmut, Abmagerung, eventuell blutiger Durchfall, Schwäche, manchmal Hautentzündung mit Juckreiz.
Bekämpfung: Entwurmung nach gleichem Schema wie bei Spulwurmbefall. Es gibt Wurmmittel, die zugleich beide Wurmarten abtöten. Desinfektion von Hütte, Zwinger, Lager, Leine, Pflegegeräten mit kochendheißem Wasser oder mit Desinfektionsmitteln. Bei erheblicher Gefährdung in stark verseuchten Gebieten Schutzimpfung möglich.

Bandwurmbefall
Vorkommen: Unterschiedlich, je nach der Parasitenart. Bandwürmer haben einen Zwei-Wirte-Lebenszyklus. Im Zwischenwirt (meist sind das Beutetiere) entwickeln sich nach Aufnahme von Bandwurmeiern die Finnen (blasenförmige Ruhestadien), im Endwirt die geschlechtsreifen Würmer.
Erscheinungen: Einen Bandwurmbefall erkennt man an den mit der Losung abgehenden weißen platten Gliedern. Starker Bandwurmbefall führt zu Durchfall und zur Abmagerung des Hundes. Manchmal rutschen befallene Hunde mit der Hinterhand und dem Weidloch auf dem Boden entlang. Dieses Verhalten hängt aber meist eher mit einer mangelhaften Entleerung oder einer juckenden Entzündung der Analbeutel zusammen.
Am häufigsten kommt der kürbiskernförmige Bandwurm vor. Er hat den Floh als Zwischenwirt. Die Infektion erfolgt, wenn der Hund beim Flöhen den Floh zerbeißt und abschluckt. Die Bandwurmglieder sind kürbiskernähnlich. Jagdhunde haben relativ häufig Bandwürmer, deren Finnen im Gescheide von Schalenwild oder Hasenartigen anzutreffen sind (z. B. dünnhalsige Finne des Schalenwildes, Rehfinne, Hasenfinne). Die Infektion erfolgt meist nach dem Aufbrechen erlegter Tiere beim "Genossenmachen“ der Hunde mit Finnenbehafteten Gescheideteilen. Daraus leitet sich die Forderung ab, das Gescheide vor der Verfütterung genauestens auf Finnen abzusuchen und gegebenenfalls nicht als Belohnung zu verfüttern, sondern unschädlich zu beseitigen. Das gilt in besonderem Maße hinsichtlich der Finnen des 3-gliedrigen Bandwurmes des Hundes (Echinokokken), die bei zahlreichen Tierarten vor allem in Leber und Lunge vorkommen können. Nach einer Bandwurmentwicklung im Hund ist auch der Mensch gefährdet, bei dem sich nach Aufnahme der Eier gleichfalls Echinokokkenblasen entwickeln können. - Eine Gefährdung des Menschen durch Echinokokken besteht außerdem bei dem seltenen Befall des Hundes (auch der Katze) mit dem 5-gliedrigen Bandwurm des Fuchses (besser bekannt als "Fuchsbandwurm", Zwischenwirt Feld- und Hausmäuse).
Bekämpfung: Entwurmung mit Bandwurmabtreibenden Medikamenten. Unschädliche Beseitigung von Finnenbefallenen Organen der Haus- und Wildtiere. Bekämpfung des Flohbefalls. Bei Echinokokkenbefall: Entwurmung stationär in einer Tierklinik!

Einzellerbefall (Kokzidien)
Vorkommen: In Hundezwingern nicht selten; Infektion durch Aufnahme von Oozysten (von der Zelle abgestoßene Eier), die mit der Losung ausgeschieden werden.
Erscheinungen: Bei massiver Infektion, insbesondere bei Junghunden, wässriger oder blutiger Kot, Fieber, Appetitmangel, Abmagerung.
Bekämpfung: Behandlung kranker Tiere durch den Tierarzt; Vernichtung der Oozysten im Zwinger durch kochendheißes Wasser (Dampfstrahlgerät) oder mit bestimmten Desinfektionsmitteln.

Entzündungen:

Harnwegsentzündungen
Ursache: Bei Jagdhunden häufig infolge unsachgemäßer Behandlung nach der Wasserjagd, besonders in der rauen Jahreszeit.
Erscheinungen: Harndrang, eventuell blutiger oder stark trüber Harn, manchmal Erbrechen.
Tierärztliche Behandlung erforderlich.

Entzündung der Ohren (so genannter Ohrenzwang)
Meist bei langhaarigen Behängen.
Ursache: Fremdkörper, Milben, Verletzungen, Infektion im äußeren Ohr.
Erscheinungen: Kopfschütteln, häufiges Kratzen, Schmerzäußerungen bei Berühren des Ohres, übel riechendes Ohrensekret.
Tierärztliche Behandlung erforderlich.

Analbeutelentzündung
Ursache: Starke Eindickung des Sekrets in den Analbeuteln beiderseits des Weidloches, wenn sich diese längere Zeit nicht entleert haben, vor allem bei zu weicher Losung.
Erscheinungen: Afterrutschen auf dem Boden (so genanntes Schlittenfahren, wie bei Bandwurmbefall).
Behandlung: Vorsichtiges, wiederholtes Ausdrücken der Analbeutel in ein Zellstofftuch, eventuell tierärztliche Behandlung.

Gebärmutterentzündung
Ursache: Hormonstörung und Infektion. Gelegentlich nach Hormonspritzen zum Trächtigkeitsabbruch.
Erscheinungen: Ausfluss aus der Schnalle; starker Durst; Appetitlosigkeit.
Behandlung mit Medikamenten oder operative Entfernung der Gebärmutter.

Geschwülste
Gutartige und bösartige Geschwülste kommen beim Hund im höheren Alter relativ häufig vor, es können aber auch jüngere Hunde daran erkranken. Die Tumoren können in jedem Organ oder Gewebe entstehen und sich von dort auf andere Organe und den ganzen Körper ausbreiten. Am auffälligsten sind für den Hundebesitzer Geschwulstknoten in der Haut und im Gesäuge. Viele Tumoren sind operabel, es ist aber in allen Fällen wichtig, bald den Tierarzt aufzusuchen, damit die Gefahr einer Bildung von Tochtergeschwülsten so gering wie möglich gehalten wird.

Sonstiges:

Scheinträchtigkeit
Ursache: Hormonstörung, besonders bei Hündinnen, die längere Zeit nicht trächtig waren.
Erscheinungen: Anschwellung des Gesäuges, Milchfluss.
Behandlung durch den Tierarzt.
 

Dackellähme
Ursache: Bandscheibenschaden, besonders der Lendenwirbelsäule, mit Einengung des Wirbelkanals und Druck auf das Rückenmark. Besonders bei Mittelalten Dackeln, aber auch bei anderen Rassen.
Erscheinungen: Plötzliches Auftreten, schmerzhafte Wirbelsäule, Bewegungsunlust bis zur Querschnittslähmung.
Tierärztliche Behandlung erforderlich.

Zahnstein
Ursache: Falsche Ernährung.
Erscheinungen: Braune, kalkige Beläge auf den Zähnen; Zahnfleischentzündung; Zahnausfall; übler Geruch aus dem Fang.
Behandlung: Zahnsteinentfernung durch den Tierarzt; Zahnpflege durch Kauen von Knochen, Büffelleder oder ähnlichem.

Zecken

Wichtige Missbildungen und Organkrankheiten

Missbildungen
Wer züchten will, achtet auf Missbildungen bei den Elterntieren. Da man damit rechnen muss, dass Missbildungen vererbt werden können, schließt man betroffene Tiere von der Zucht aus. Teilweise haben die Zuchtverbände bestimmte Kontrollen vorgeschrieben, wie z. B. die Röntgenuntersuchung zur Überprüfung auf Hüftgelenksdysplasie (vererbbare Abflachung der Hüftgelenkspfanne) bei einigen gefährdeten Hunderassen. Auf folgende Missbildungen wird besonders geachtet: Gebissanomalie (Vorbiss, Rückbiss, Fehlen von Zähnen, falsche Zahnstellung); Nabel- und Leistenbrüche, Kryptorchismus (ein oder beide Hoden in der Bauchhöhle), fehlerhafte Entwicklung der Augenlider (Entropium, Ektropium); Stellungsfehler der Läufe. Mitunter finden auch der Gesundheitszustand sowie Missbildungen bei früheren Würfen Beachtung.
 

 

Allgemeines
Krankheiten sind der Ausdruck gestörter Lebensfunktionen des Körpers bzw. seiner Organe. Sie werden beim Hund, wie bei allen Lebewesen, im allgemeinen durch die Einflüsse aus der Umwelt hervorgerufen, die den Organismus in seiner Anpassungsfähigkeit überfordern. Der Hundehalter kann vielen Erkrankungen seines Tieres durch optimale Haltungs- und Fütterungsbedingungen vorbeugen. Ist ein Hund krank, zeigt sich das an seinem veränderten Verhalten. Will ein Hundebesitzer beurteilen können, ob sein Hund gesund oder krank ist, muss er das normale Verhalten seines Schützlings kennen. Dazu bedarf es neben einer längeren intensiven Beobachtung des Hundes in allen möglichen Lebenslagen auch einer gewissen Grundkenntnis der allgemeinen Merkmale der Gesundheit. Bestehen Anzeichen für eine Krankheit, ist in jedem Fall ein Tierarzt zu Rate zu ziehen.

Infektionskrankheiten des Hundes
Als Infektionserreger kommen im wesentlichen Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten in Frage. Im folgenden werden nur die wichtigsten Infektionskrankheiten kurz aufgeführt.

Staupe
Ursache: Viren
Vorkommen: Durch Schutzimpfung derzeit nicht häufig, überwiegend bei jungen Hunden. Im wesentlichen als fieberhafte Entzündung der Atmungsorgane (Atembeschwerden, Husten), der Kopfschleimhäute (Augen- und Nasenausfluss) oder des Magen-Darm-Traktes; manchmal mit pustelartiger Hautentzündung, im späteren Stadium mit Verhornung der Ballen und des Nasenspiegels verbunden. In der Spätphase mitunter als Hirn- oder nervöse Staupe mit Zuckungen, Krämpfen; eine überstandene Staupe ist oft an den deformierten Zähnen des Tieres zu erkennen (so genanntes Staupegebiss mit Defekten Zahnschmelzes) Vorbeugung: Schutzimpfung.

Zwingerhusten
Ursache: Verschiedene Viren und Bakterien. Vorkommen: Problem in größeren Hundezuchten Fieberhafte Entzündung der Atmungsorgane mit Husten. Vorbeugung: Verbesserung der Haltungsbedingungen (Zwinger). Schutzimpfung.

Parvovirose
Ursache: Viren
Vorkommen: Häufig; alle Altersklassen, bevorzugt junge Hunde.
Vergiftungsartig mit wiederholtem Erbrechen und blutigem Durchfall; oft kein Fieber; vereinzelt nach Infektion der Hündin während der Trächtigkeit. Welpensterben innerhalb der ersten Lebenswochen infolge Herzentzündung.
Vorbeugung: Schutzimpfung

Welpensterben
Ursache: Viren
Vorkommen: In Zuchtbeständen mitunter gehäuft, in den ersten Lebenstagen. Saugunlust; Schwäche; 
Schreien; oft schneller Todeseintritt.
Vorbeugung: Paramunitäts-Inducer

Tollwut
Ursache: Viren
Vorkommen: Gegenwärtig als Silvatische Verbreitungsform; Hauptträger Fuchs, manchmal Musteliden (Dachs, Marder) und Haustiere (vor allem Katze, Hund); Übertragung durch den Speichel erkrankter Tiere beim Biss oder durch die Krallen infizierter Katzen; auch der Mensch ist empfänglich; Erkrankung endet in der Regel tödlich. Erscheinungen: Verhaltensstörungen; Speicheln; Unterkieferlähmung; Verschlucken von Steinen oder anderen Fremdkörpern; Beißsucht; in manchen Fällen als so genannte stille Wut, in anderen als "rasende Wut“ mit ausgeprägter Aggressivität; im fortgeschrittenen Stadium Lähmungserscheinungen, Vorbeugung: Schutzimpfung. Ein wirksamer Impfschutz gemäß den gesetzlichen Bestimmungen liegt dann vor, wenn die Erstimpfung mindestens 30 Tage und längstens 12 Monate zurückliegt, eine Wiederholungsimpfung längstens 12 Monate nach vorheriger Impfung durchgeführt worden ist und längstens 12 Monate zurückliegt. Die jährliche Wiederholung der Impfung ist für einen Dauerschutz erforderlich. Nach Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier ist sofort eine Nachimpfung vorzunehmen, außer in Fällen, in denen das Tier ohnehin bereits mehrmals in kurzen Abständen schutzgeimpft worden ist. Für die Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Tollwut gelten die Bestimmungen im "Tierseuchengesetz" und in der "Verordnung zum Schutz gegen die Tollwut“. Der Verdacht auf eine Erkrankung an Tollwut muss der zuständigen Veterinärbehörde (Veterinäramt) unverzüglich angezeigt werden. Hunde, bei denen der Verdacht auf eine Tollwuterkrankung vorliegt, sind vom Besitzer sofort abzusondern und bis zum behördlichen Einschreiten sicher einzusperren. Die zuständige Behörde ordnet die sofortige Tötung und unschädliche Beseitigung des Hundes an. Sie kann aber auch für den Fall, dass der Hund einen Menschen gebissen oder einen wirksamen Impfschutz hat, die behördliche Beobachtung des Hundes anordnen. Das gilt auch für Hunde, die vermutlich oder tatsächlich mit wutkranken Tieren oder seuchenverdächtigen Hunden und Katzen in Berührung gekommen sind, wenn sie nicht gegen Tollwut schutzgeimpft sind (Einsperrung mindestens drei Monate). Fehlt die Impfung, wird allerdings in der Regel die Tötung angeordnet.
Tritt in einem Gebiet Tollwut auf, wird es von der zuständigen Behörde in einem Umkreis von 10 Kilometern zum "gefährdeten Bezirk“, erklärt (Hinweistafel an den Zugängen und an geeigneten Stellen: "Tollwut! Gefährdeter Bezirk"). In diesem Bereich dürfen Hunde nicht mehr frei laufen, außer sie sind wirksam gegen Tollwut geimpft und in Begleitung einer Person, der sie zuverlässig gehorchen.
Ein "wirksamer" Impfschutz gegen Tollwut wird stets bei Reisen ins Ausland verlangt. Bei einigen Ländern reicht das Impfzeugnis allein allerdings nicht; dort ist darüber hinaus eine Bescheinigung über einen positiven Impftier im Blut des Tieres vorzulegen. Anerkannt werden derartige Bescheinigungen derzeit nur, wenn sie von der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten in Tübingen oder von der Virologie in Gießen ausgestellt worden sind. Es ist daher empfehlenswert, sich bei der Planung einer Auslandsreise, auf die der Hund mitkommen soll, frühzeitig über die Einreisevorschriften zu informieren.

Stuttgarter Hundeseuche (Leptospirose)
Ursache: So genannte Schraubenbakterien.
Vorkommen: Selten
Erscheinungen: Harnvergiftung infolge Nierenentzündung, Erbrechen, Durchfall.
Vorbeugung: Schutzimpfung

Ansteckende Leberentzündung (Hepatitis)
Ursache: Viren (gleicher Erreger wie bei der so genannten Fuchsencephalitis).
Vorkommen: Zur Zeit selten; bevorzugt junge Hunde
Vergiftungsartig; Erbrechen; blutiger Durchfall; hohes Fieber; schneller Verlauf.
Vorbeugung: Schutzimpfung

Salmonellose
Ursache: Bakterien (so genannte Fleischvergifter).
Infektionsquelle: Rohes mit den Erregern besiedeltes Fleisch.
Vorkommen: Einzelfälle; zunehmende Häufigkeit; vorwiegend bei Junghunden, mitunter gleichzeitig mit Staupe; Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Erregerübertragung, besonders auf Lebensmittel.
Erscheinungen: Hunde meist nur Kaimausscheider; relativ selten fieberhafte Erkrankung mit Darmentzündung und Durchfall.
Vorbeugung: Nur möglich, wenn man auf die artgemäße Ernährung des Hundes mit rohem Fleisch verzichten und lediglich gekochtes Fleisch oder industriell gefertigte Hundenahrung verfüttern würde.

Pilzflechte
Ursache: Hautpilze
Vorkommen: Vorwiegend bei jungen Hunden; auf den Menschen übertragbar.
Erscheinungen: Teils Schuppenbildende, teils verschorfende, Krustenbildende Hautentzündung mit Haarausfall, zunächst an Kopf, Hals und Läufen.
Vorbeugung: Keine bestimmten Maßnahmen.

Schutzimpfungen
Einigen virus- und bakteriell bedingten Krankheiten kann der Tierarzt durch Impfungen vorbeugen. Voraussetzung ist, dass der Impfling gesund und entwurmt ist. Bei bereits kranken Hunden kann allenfalls eine Notbehandlung mit einem Serum vorgenommen werden; die Anwendung eines Impfstoffes ist dann nutzlos, sie kann unter Umständen sogar zu einer Verschlimmerung des Leidens führen. Die Impfmaßnahmen erfolgen schrittweise.
Aktive Schutzimpfungen sind erst ab der 8. - 9. Woche möglich und müssen nach 3 - 4 Wochen wiederholt werden. Bis zu diesem Termin haben die Welpen normalerweise einen natürlichen Infektionsschutz, den sie von der Hündin über die Milch erhalten, der sich dann aber verliert. Solange dieser Schutz voll besteht, ist eine aktive Schutzimpfung wirkungslos. Da man im Einzelfall nicht genau weiß, wann der natürliche Infektionsschutz verschwindet, auf der anderen Seite das Risiko einer frühen Infektion vermeiden will, impft man sicherheitshalber zweimal. Die jährliche bzw. 2-jährliche Wiederholungsimpfung (Auffrischungsimpfung) ist erforderlich, weil sich der Impfschutz nach dieser Zeit allmählich verringern kann.

 

 

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