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Der gesunde Hund
Das Benehmen ist altersabhängig. Im allgemeinen erwartet
man Lebhaftigkeit, Aufmerksamkeit, Bewegungs- und Lauffreudigkeit sowie
Interesse an den Vorgängen in der Umgebung des Hundes. Bei jungen Hunden kommt
noch ein ausgeprägter Spieltrieb hinzu. Der Blick ist klar. Das Fell ist bei
richtiger Pflege glatt und glänzend. Ein nennenswerter Haarausfall tritt nur
im Haarwechsel, vor allem im Frühjahr, auf. Der Nasenspiegel ist meist feucht.
Ein trockener Nasenspiegel allein ist jedoch kein Alarmsignal. Der Appetit ist
bei ausgewogener Kost gleich bleibend und bei großer Hitze herabgesetzt.
Manchmal erbricht der Hund nach der Mahlzeit. Dies ist nicht immer krankhaft,
nur wenn es fortlaufend in kurzen Abständen erfolgt, ist der Verdacht auf eine
Erkrankung gerechtfertigt. Hunger und Durst sind abhängig von der Leistung und
der Umgebungstemperatur. Die übermäßige Aufnahme von Wasser, wiederholt über
längere Zeit, ist krankheitsverdächtig. Die Losung soll wurstförmig, dick
pastös und braun gefärbt sein. Bei sehr festem, kalkig-knochenhartem Kot
ist die Knochenration herabzusetzen. Vorübergehend dünnbreiiger Kot ist
ungefährlich. Durchfall hingegen bedarf einer sofortigen Behandlung.
Liegen Hinweise auf eine Erkrankung vor, sollte der
Hundeführer die Körpertemperatur messen. Dazu verwendet man ein
Fieberthermometer, das nach Anfeuchten vorsichtig in den After eingeführt und
nach angemessener Zeit abgelesen wird, Normalwerte: 37,5 - 38,5 Grad Celsius,
bei jungen Hunden bis 39,5. Deutlich höhere oder niedrigere Werte weisen auf
eine Erkrankung hin. Es gibt aber auch Krankheiten, bei denen die
Körpertemperatur zeitweise oder ständig im Normbereich liegt.
Die Beurteilung der Atmung ist schwierig, wenn der Hund
hechelt. Im Ruhezustand beträgt die Zahl der Atemzüge (bei geschlossenem Fang)
zwischen 10 bis 30 in der Minute.
Hautparasitosen
mit Insektiziden behandeln. Welpen sind gegen manche
Mittel empfindlich. Bei Fuchsräude im Revier keine Bauarbeit!
Ursache: Blutsaugende Schmarotzer (Flöhe, Läuse,
Zecken), Schuppenfressende Schmarotzer (Haarlinge), Räudemilben.
Vorkommen: Verbreitet, einzelne Parasitenarten bei allen
Fleischfressern, auch bei Fuchs und Musteliden (Marderartige). Flöhe und
Zecken gehen auch auf manche Menschen über, Räudemilben können beim Menschen
eine "Scheinräude“ verursachen.
Erscheinungen: Abhängig von der Befallsstärke keine bis
hochgradige Erkrankung; bei stärkerem Befall Juckreiz, Hautentzündung mit
Pustel-, Schuppen- und Krustenbildung, Hautverdickung. Haarausfall, Blutarmut,
Abmagerung.
Bekämpfung: Kontaktinsektizide als Pulver, Spray,
Waschmittel, Halsband (bei Wasserarbeit ist das Halsband abzunehmen, da sonst
die Wirkstoffe herausgelöst werden). Bei Räudeverdacht sofortige tierärztliche
Behandlung und Überwachung. Zecken mit einer Zeckenzange ergreifen und
vorsichtig aus der Haut herausdrehen. Hütte, Zwinger, Lager, Leine sowie
Pflegegerätschaften in die Parasitenbekämpfung Miteinbeziehen und ebenfalls
Darmparasitosen
Spulwurmbefall
Vorkommen: Weit verbreitet. Gleiche Wurmarten auch bei
Fuchs und Wolf. Infektion der Welpen bereits in der Gebärmutter durch
aktivierte Ruheformen des Parasiten aus der Muskulatur der Hündin, ferner über
die Milch und durch Aufnahme von Wurmeiern.
Erscheinungen: Abhängig von der Stärke der Infektion; am
gefährdetsten sind Welpen, die vor der Geburt und über die Milch stark
infiziert sind. Zunächst durch wandernde Wurmlarven Entzündung in den inneren
Organen, vor allem in der Lunge (Husten, Nasenausfluss), gelegentlich auch im
Gehirn (nervöse Störungen) (gleiche Erscheinungen können nach Aufnahme von
Hundespulwurmeiern auch beim Menschen vorkommen). Danach Entwicklung der
Würmer im Darm der Junghunde. Bei starkem Befall Darmentzündung, Blutarmut,
Schwäche, aufgetriebener Bauch, Erbrechen nach jeder Mahlzeit, schleimiger
Kot, glanzloses Fell.
Bekämpfung: Entwurmung mit geeigneten Mitteln. Beim
Welpen erstmals im Alter von 14 Tagen, dann in wöchentlichen Intervallen bis
zum Absetzen der Welpen, danach stets bei Feststellung von Spulwürmern im Kot.
Die Ruhestadien der Würmer in der Muskulatur können bislang nicht bekämpft
werden. Desinfektion von Zwinger etc.
Hakenwurmbefall
Vorkommen: Nicht so häufig wie Spulwurmbefall; gleiche
Wurmarten auch beim Fuchs. Infektion der Welpen durch Wurmlarven über die
Milch der Hündin oder aus der Umgebung über Mund und Magen oder über Einbohren
durch die Haut (bei Zwingerhaltung); Hakenwürmer sind Gewebefresser und
Blutsauger.
Erscheinungen: Bei starkem Befall Blutarmut, Abmagerung,
eventuell blutiger Durchfall, Schwäche, manchmal Hautentzündung mit Juckreiz.
Bekämpfung: Entwurmung nach gleichem Schema wie bei
Spulwurmbefall. Es gibt Wurmmittel, die zugleich beide Wurmarten abtöten.
Desinfektion von Hütte, Zwinger, Lager, Leine, Pflegegeräten mit kochendheißem
Wasser oder mit Desinfektionsmitteln. Bei erheblicher Gefährdung in stark
verseuchten Gebieten Schutzimpfung möglich.
Bandwurmbefall
Vorkommen: Unterschiedlich, je nach der Parasitenart.
Bandwürmer haben einen Zwei-Wirte-Lebenszyklus. Im Zwischenwirt (meist sind
das Beutetiere) entwickeln sich nach Aufnahme von Bandwurmeiern die Finnen
(blasenförmige Ruhestadien), im Endwirt die geschlechtsreifen Würmer.
Erscheinungen: Einen Bandwurmbefall erkennt man an den
mit der Losung abgehenden weißen platten Gliedern. Starker Bandwurmbefall
führt zu Durchfall und zur Abmagerung des Hundes. Manchmal rutschen befallene
Hunde mit der Hinterhand und dem Weidloch auf dem Boden entlang. Dieses
Verhalten hängt aber meist eher mit einer mangelhaften Entleerung oder einer
juckenden Entzündung der Analbeutel zusammen.
Am häufigsten kommt der kürbiskernförmige Bandwurm vor.
Er hat den Floh als Zwischenwirt. Die Infektion erfolgt, wenn der Hund beim
Flöhen den Floh zerbeißt und abschluckt. Die Bandwurmglieder sind
kürbiskernähnlich. Jagdhunde haben relativ häufig Bandwürmer, deren Finnen im
Gescheide von Schalenwild oder Hasenartigen anzutreffen sind (z. B.
dünnhalsige Finne des Schalenwildes, Rehfinne, Hasenfinne). Die Infektion
erfolgt meist nach dem Aufbrechen erlegter Tiere beim "Genossenmachen“ der
Hunde mit Finnenbehafteten Gescheideteilen. Daraus leitet sich die Forderung
ab, das Gescheide vor der Verfütterung genauestens auf Finnen abzusuchen und
gegebenenfalls nicht als Belohnung zu verfüttern, sondern unschädlich zu
beseitigen. Das gilt in besonderem Maße hinsichtlich der Finnen des
3-gliedrigen Bandwurmes des Hundes (Echinokokken), die bei zahlreichen
Tierarten vor allem in Leber und Lunge vorkommen können. Nach einer
Bandwurmentwicklung im Hund ist auch der Mensch gefährdet, bei dem sich nach
Aufnahme der Eier gleichfalls Echinokokkenblasen entwickeln können. - Eine
Gefährdung des Menschen durch Echinokokken besteht außerdem bei dem seltenen
Befall des Hundes (auch der Katze) mit dem 5-gliedrigen Bandwurm des Fuchses
(besser bekannt als "Fuchsbandwurm", Zwischenwirt Feld- und Hausmäuse).
Bekämpfung: Entwurmung mit Bandwurmabtreibenden
Medikamenten. Unschädliche Beseitigung von Finnenbefallenen Organen der Haus-
und Wildtiere. Bekämpfung des Flohbefalls. Bei Echinokokkenbefall: Entwurmung
stationär in einer Tierklinik!
Einzellerbefall (Kokzidien)
Vorkommen: In Hundezwingern nicht selten; Infektion
durch Aufnahme von Oozysten (von der Zelle abgestoßene Eier), die mit der
Losung ausgeschieden werden.
Erscheinungen: Bei massiver Infektion, insbesondere bei
Junghunden, wässriger oder blutiger Kot, Fieber, Appetitmangel, Abmagerung.
Bekämpfung: Behandlung kranker Tiere durch den Tierarzt;
Vernichtung der Oozysten im Zwinger durch kochendheißes Wasser
(Dampfstrahlgerät) oder mit bestimmten Desinfektionsmitteln.
Entzündungen:
Harnwegsentzündungen
Ursache: Bei Jagdhunden häufig infolge unsachgemäßer
Behandlung nach der Wasserjagd, besonders in der rauen Jahreszeit.
Erscheinungen: Harndrang, eventuell blutiger oder stark
trüber Harn, manchmal Erbrechen.
Tierärztliche Behandlung erforderlich.
Entzündung der Ohren (so genannter Ohrenzwang)
Meist bei langhaarigen Behängen.
Ursache: Fremdkörper, Milben, Verletzungen, Infektion im
äußeren Ohr.
Erscheinungen: Kopfschütteln, häufiges Kratzen,
Schmerzäußerungen bei Berühren des Ohres, übel riechendes Ohrensekret.
Tierärztliche Behandlung erforderlich.
Analbeutelentzündung
Ursache: Starke Eindickung des Sekrets in den
Analbeuteln beiderseits des Weidloches, wenn sich diese längere Zeit nicht
entleert haben, vor allem bei zu weicher Losung.
Erscheinungen: Afterrutschen auf dem Boden (so genanntes
Schlittenfahren, wie bei Bandwurmbefall).
Behandlung: Vorsichtiges, wiederholtes Ausdrücken der
Analbeutel in ein Zellstofftuch, eventuell tierärztliche Behandlung.
Gebärmutterentzündung
Ursache: Hormonstörung und Infektion. Gelegentlich nach
Hormonspritzen zum Trächtigkeitsabbruch.
Erscheinungen: Ausfluss aus der Schnalle; starker Durst;
Appetitlosigkeit.
Behandlung mit Medikamenten oder operative Entfernung
der Gebärmutter.
Geschwülste
Gutartige und bösartige Geschwülste kommen beim Hund im
höheren Alter relativ häufig vor, es können aber auch jüngere Hunde daran
erkranken. Die Tumoren können in jedem Organ oder Gewebe entstehen und sich
von dort auf andere Organe und den ganzen Körper ausbreiten. Am auffälligsten
sind für den Hundebesitzer Geschwulstknoten in der Haut und im Gesäuge. Viele
Tumoren sind operabel, es ist aber in allen Fällen wichtig, bald den Tierarzt
aufzusuchen, damit die Gefahr einer Bildung von Tochtergeschwülsten so gering
wie möglich gehalten wird.
Sonstiges:
Scheinträchtigkeit
Ursache: Hormonstörung, besonders bei Hündinnen, die
längere Zeit nicht trächtig waren.
Erscheinungen: Anschwellung des Gesäuges, Milchfluss.
Behandlung durch den Tierarzt.
Dackellähme
Ursache: Bandscheibenschaden, besonders der
Lendenwirbelsäule, mit Einengung des Wirbelkanals und Druck auf das
Rückenmark. Besonders bei Mittelalten Dackeln, aber auch bei anderen Rassen.
Erscheinungen: Plötzliches Auftreten, schmerzhafte
Wirbelsäule, Bewegungsunlust bis zur Querschnittslähmung.
Tierärztliche Behandlung erforderlich.
Zahnstein
Ursache: Falsche Ernährung.
Erscheinungen: Braune, kalkige Beläge auf den Zähnen;
Zahnfleischentzündung; Zahnausfall; übler Geruch aus dem Fang.
Behandlung: Zahnsteinentfernung durch den Tierarzt;
Zahnpflege durch Kauen von Knochen, Büffelleder oder ähnlichem.

Zecken
Wichtige Missbildungen und Organkrankheiten
Missbildungen
Wer züchten will, achtet auf Missbildungen bei den
Elterntieren. Da man damit rechnen muss, dass Missbildungen vererbt werden
können, schließt man betroffene Tiere von der Zucht aus. Teilweise haben die
Zuchtverbände bestimmte Kontrollen vorgeschrieben, wie z. B. die
Röntgenuntersuchung zur Überprüfung auf Hüftgelenksdysplasie (vererbbare
Abflachung der Hüftgelenkspfanne) bei einigen gefährdeten Hunderassen. Auf
folgende Missbildungen wird besonders geachtet: Gebissanomalie (Vorbiss,
Rückbiss, Fehlen von Zähnen, falsche Zahnstellung); Nabel- und Leistenbrüche,
Kryptorchismus (ein oder beide Hoden in der Bauchhöhle), fehlerhafte
Entwicklung der Augenlider (Entropium, Ektropium); Stellungsfehler der Läufe.
Mitunter finden auch der Gesundheitszustand sowie Missbildungen bei früheren
Würfen Beachtung.
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Allgemeines
Krankheiten sind der Ausdruck gestörter
Lebensfunktionen des Körpers bzw. seiner Organe. Sie werden beim
Hund, wie bei allen Lebewesen, im allgemeinen durch die Einflüsse
aus der Umwelt hervorgerufen, die den Organismus in seiner
Anpassungsfähigkeit überfordern. Der Hundehalter kann vielen
Erkrankungen seines Tieres durch optimale Haltungs- und
Fütterungsbedingungen vorbeugen. Ist ein Hund krank, zeigt sich das an seinem
veränderten Verhalten. Will ein Hundebesitzer beurteilen können, ob
sein Hund gesund oder krank ist, muss er das normale Verhalten
seines Schützlings kennen. Dazu bedarf es neben einer längeren
intensiven Beobachtung des Hundes in allen möglichen Lebenslagen
auch einer gewissen Grundkenntnis der allgemeinen Merkmale der
Gesundheit. Bestehen Anzeichen für eine Krankheit, ist in jedem Fall
ein Tierarzt zu Rate zu ziehen.
Infektionskrankheiten des Hundes
Als Infektionserreger kommen im wesentlichen
Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten in Frage. Im folgenden werden
nur die wichtigsten Infektionskrankheiten kurz aufgeführt.
Staupe
Ursache: Viren
Vorkommen: Durch Schutzimpfung derzeit nicht
häufig, überwiegend bei jungen Hunden. Im wesentlichen als fieberhafte Entzündung der
Atmungsorgane (Atembeschwerden, Husten), der Kopfschleimhäute
(Augen- und Nasenausfluss) oder des Magen-Darm-Traktes; manchmal mit
pustelartiger Hautentzündung, im späteren Stadium mit Verhornung der
Ballen und des Nasenspiegels verbunden. In der Spätphase mitunter
als Hirn- oder nervöse Staupe mit Zuckungen, Krämpfen; eine
überstandene Staupe ist oft an den deformierten Zähnen des Tieres zu
erkennen (so genanntes Staupegebiss mit Defekten Zahnschmelzes) Vorbeugung: Schutzimpfung.
Zwingerhusten
Ursache: Verschiedene Viren und Bakterien. Vorkommen: Problem in größeren Hundezuchten
Fieberhafte Entzündung der Atmungsorgane mit
Husten. Vorbeugung: Verbesserung der Haltungsbedingungen (Zwinger). Schutzimpfung.
Parvovirose
Ursache: Viren
Vorkommen: Häufig; alle Altersklassen,
bevorzugt junge Hunde.
Vergiftungsartig mit wiederholtem Erbrechen
und blutigem Durchfall; oft kein Fieber; vereinzelt nach Infektion
der Hündin während der Trächtigkeit. Welpensterben innerhalb der
ersten Lebenswochen infolge Herzentzündung.
Vorbeugung: Schutzimpfung
Welpensterben
Ursache: Viren
Vorkommen: In Zuchtbeständen mitunter gehäuft,
in den ersten Lebenstagen. Saugunlust; Schwäche;
Schreien; oft schneller Todeseintritt.
Vorbeugung: Paramunitäts-Inducer
Tollwut
Ursache: Viren
Vorkommen: Gegenwärtig als Silvatische
Verbreitungsform; Hauptträger Fuchs, manchmal Musteliden (Dachs,
Marder) und Haustiere (vor allem Katze, Hund); Übertragung durch den
Speichel erkrankter Tiere beim Biss oder durch die Krallen
infizierter Katzen; auch der Mensch ist empfänglich; Erkrankung
endet in der Regel tödlich. Erscheinungen: Verhaltensstörungen;
Speicheln; Unterkieferlähmung; Verschlucken von Steinen oder anderen
Fremdkörpern; Beißsucht; in manchen Fällen als so genannte stille
Wut, in anderen als "rasende Wut“ mit ausgeprägter Aggressivität; im
fortgeschrittenen Stadium Lähmungserscheinungen, Vorbeugung: Schutzimpfung. Ein wirksamer
Impfschutz gemäß den gesetzlichen Bestimmungen liegt dann vor, wenn
die Erstimpfung mindestens 30 Tage und längstens 12 Monate
zurückliegt, eine Wiederholungsimpfung längstens 12 Monate nach
vorheriger Impfung durchgeführt worden ist und längstens 12 Monate
zurückliegt. Die jährliche Wiederholung der Impfung ist für einen
Dauerschutz erforderlich. Nach Kontakt mit einem tollwutverdächtigen
Tier ist sofort eine Nachimpfung vorzunehmen, außer in Fällen, in
denen das Tier ohnehin bereits mehrmals in kurzen Abständen
schutzgeimpft worden ist. Für die Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Tollwut
gelten die Bestimmungen im "Tierseuchengesetz" und in der
"Verordnung zum Schutz gegen die Tollwut“. Der Verdacht auf eine Erkrankung an Tollwut
muss der zuständigen Veterinärbehörde (Veterinäramt) unverzüglich
angezeigt werden. Hunde, bei denen der Verdacht auf eine
Tollwuterkrankung vorliegt, sind vom Besitzer sofort abzusondern und
bis zum behördlichen Einschreiten sicher einzusperren. Die
zuständige Behörde ordnet die sofortige Tötung und unschädliche
Beseitigung des Hundes an. Sie kann aber auch für den Fall, dass der
Hund einen Menschen gebissen oder einen wirksamen Impfschutz hat,
die behördliche Beobachtung des Hundes anordnen. Das gilt auch für
Hunde, die vermutlich oder tatsächlich mit wutkranken Tieren oder seuchenverdächtigen Hunden und Katzen in Berührung gekommen sind,
wenn sie nicht gegen Tollwut schutzgeimpft sind (Einsperrung
mindestens drei Monate). Fehlt die Impfung, wird allerdings in der
Regel die Tötung angeordnet.
Tritt in einem Gebiet Tollwut auf, wird es von
der zuständigen Behörde in einem Umkreis von 10 Kilometern zum
"gefährdeten Bezirk“, erklärt (Hinweistafel an den Zugängen und an
geeigneten Stellen: "Tollwut! Gefährdeter Bezirk"). In diesem
Bereich dürfen Hunde nicht mehr frei laufen, außer sie sind wirksam
gegen Tollwut geimpft und in Begleitung einer Person, der sie
zuverlässig gehorchen.
Ein "wirksamer" Impfschutz gegen Tollwut wird
stets bei Reisen ins Ausland verlangt. Bei einigen Ländern reicht
das Impfzeugnis allein allerdings nicht; dort ist darüber hinaus
eine Bescheinigung über einen positiven Impftier im Blut des Tieres
vorzulegen. Anerkannt werden derartige Bescheinigungen derzeit nur,
wenn sie von der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten in
Tübingen oder von der Virologie in Gießen ausgestellt worden sind.
Es ist daher empfehlenswert, sich bei der Planung einer
Auslandsreise, auf die der Hund mitkommen soll, frühzeitig über die
Einreisevorschriften zu informieren.
Stuttgarter Hundeseuche
(Leptospirose)
Ursache: So genannte Schraubenbakterien.
Vorkommen: Selten
Erscheinungen: Harnvergiftung infolge
Nierenentzündung, Erbrechen, Durchfall.
Vorbeugung: Schutzimpfung
Ansteckende Leberentzündung
(Hepatitis)
Ursache: Viren (gleicher Erreger wie bei der
so genannten Fuchsencephalitis).
Vorkommen: Zur Zeit selten; bevorzugt junge
Hunde
Vergiftungsartig; Erbrechen; blutiger
Durchfall; hohes Fieber; schneller Verlauf.
Vorbeugung: Schutzimpfung
Salmonellose
Ursache: Bakterien (so genannte
Fleischvergifter).
Infektionsquelle: Rohes mit den Erregern
besiedeltes Fleisch.
Vorkommen: Einzelfälle; zunehmende Häufigkeit;
vorwiegend bei Junghunden, mitunter gleichzeitig mit Staupe;
Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Erregerübertragung,
besonders auf Lebensmittel.
Erscheinungen: Hunde meist nur
Kaimausscheider; relativ selten fieberhafte Erkrankung mit
Darmentzündung und Durchfall.
Vorbeugung: Nur möglich, wenn man auf die
artgemäße Ernährung des Hundes mit rohem Fleisch verzichten und
lediglich gekochtes Fleisch oder industriell gefertigte Hundenahrung
verfüttern würde.
Pilzflechte
Ursache: Hautpilze
Vorkommen: Vorwiegend bei jungen Hunden; auf
den Menschen übertragbar.
Erscheinungen: Teils Schuppenbildende, teils
verschorfende, Krustenbildende Hautentzündung mit Haarausfall,
zunächst an Kopf, Hals und Läufen.
Vorbeugung: Keine bestimmten Maßnahmen.
Schutzimpfungen
Einigen virus- und bakteriell bedingten
Krankheiten kann der Tierarzt durch Impfungen vorbeugen.
Voraussetzung ist, dass der Impfling gesund und entwurmt ist. Bei
bereits kranken Hunden kann allenfalls eine Notbehandlung mit einem
Serum vorgenommen werden; die Anwendung eines Impfstoffes ist dann
nutzlos, sie kann unter Umständen sogar zu einer Verschlimmerung des
Leidens führen. Die Impfmaßnahmen erfolgen schrittweise.
Aktive Schutzimpfungen sind erst ab der 8. -
9. Woche möglich und müssen nach 3 - 4 Wochen wiederholt werden. Bis
zu diesem Termin haben die Welpen normalerweise einen natürlichen
Infektionsschutz, den sie von der Hündin über die Milch erhalten,
der sich dann aber verliert. Solange dieser Schutz voll besteht, ist
eine aktive Schutzimpfung wirkungslos. Da man im Einzelfall nicht
genau weiß, wann der natürliche Infektionsschutz verschwindet, auf
der anderen Seite das Risiko einer frühen Infektion vermeiden will,
impft man sicherheitshalber zweimal. Die jährliche bzw. 2-jährliche
Wiederholungsimpfung (Auffrischungsimpfung) ist erforderlich, weil
sich der Impfschutz nach dieser Zeit allmählich verringern kann.
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